Johann Ruttlof in seiner Werkstatt

Ruttloff in Dresden

Alles Handarbeit

Die Lausitzer Rundschau nannte ihn “Nietenhosenmanufakturist”. Klingt etwas bemüht, trifft es aber.
2007 hat er seine erste Jeans genäht. Für sich, später für Freunde. Daraus wurde etwas, das heute sehr selten in Deutschland ist: eine kleine Textilmanufaktur mit Kunden in Europa, USA und Asien. Das ist Johann Ruttloff in Dresden.
Ruttloff arbeitet nur mit hochwertigem japanischem Denim. Jeden Verarbeitungsschritt führt er selber aus – Design, Stoffwahl, Zuschnitt, Nähen, ..
Damit ist natürlich die Anzahl der Hosen, die er in seiner Werkstatt in der Dresdner Neustadt schaffen kann, stark begrenzt.

Eigene Kollektion

Er stellt individuelle Einzelmodelle nach Maß her und hat auch eine eigene Kollektion. Darüber hinaus stellt er für Händler in aller Welt Kleinstserien her. Aus diesem Grund habe ich ihn in Dresden besucht. Wir haben das Design für ein Herrenmodell “BYTEMYSTORK by Ruttloff-Jeans” besprochen. Soviel kann ich schon verraten: es wird ein straigth fit, 14oz Kuroki raw denim. Natürlich 100% Biobaumwolle. Der Stoff entwickelt eine geniale, kernige Waschung; eher industry-mäßig.

Für mich ist solch eine Jeans der Inbegriff der Nachhaltigkeit. Ausgangspunkt ist Biobaumwolle, hochwertig gewebt und gefärbt in Japan und dann anschließend in Deutschland in einer limitierten Serie von maximal 25 Stück produziert.
Das Design ist zeitlos und dabei dezent extravagant im Detail. Der Stoff und vor allem die Verarbeitung versprechen eine weit überdurchschnittliche Haltbarkeit. Das, in Kombination mit der Klasse und dem Stil, die die Jeans ausstrahlt sprechen dafür, dass sie gerne, oft und sehr lange getragen wird. Und wie bei allen Ruttloff Jeans ist der Hersteller eine perfekte Adresse für Reparaturen, wenn z.B. irgendwann mal der Stoff im Schritt durchgelaufen ist.

Ruttloff-Jeans im Praxistest

Da sich meine obige Prosa nicht ohne Weiteres in Bilder und praktische Erfahrungen materialisieren lässt, will ich die Wartezeit nutzen, bis die “BYTEMYSTORK by Ruttloff-Jeans” verfügbar sind. Ich habe mir ein Ruttloff-Modell mit sehr ähnlichen Eigenschaften besorgt: selber Stoffhersteller, gleiche Gewichtsklasse und dieselbe Verarbeitungsqualität.
Die Idee: ich trage diese Hose die nächsten Monate und halte meine Eindrücke fest:
Wie sehr weitet sich die Hose beim Tragen?
Wie stark färbt sie ab?
Wann stellen sich erste Fading-Effekte ein.
Wie sieht die Hose nach dem ersten Waschen aus und um wieviel ist sie eingelaufen?

Die Hose hat im Original eine 31/36er Größe. Normalerweise brauche in eine 32er Weite. Die Ruttloff sitzt also entsprechend “knackig”.
Da ich mit meinen 1,73m zu den großgewachsenen Hobbits gehöre und typischerweise eine 30-32er Länge habe, musste die Hose gekürzt werden. Das habe ich gleich beim Hersteller machen lassen. Auf meinem BYTEMYSTORK Youtube-Kanal findet ihr die beiden Videos dazu [youtube-teil-1] [youtube-teil-2].
Ich trage meine Jeans am liebsten ohne Umschlag. Da die Hose sehr wahrscheinlich mit dem ersten Waschen etwas einläuft, haben wir nur auf eine 34er Größe gekürzt. Heißt, dass ich sie erstmal mit Umschlag trage. Das ist für mich bei diesem Modell ok, da die Selvedge-Kante schon ordentlich was hermacht.
Nach der ersten Wäsche werde ich wohl auf den Umschlag verzichten können oder, in Abhängigkeit von den Schuhen, nur einen kleinen Umschlag tragen.

Neben Kollektionsplanung und Zuschnitt hat sich Johann noch Zeit für ein Interview genommen. Wir haben darüber gesprochen, wie er Jeanshersteller wurde, über seine Herangehensweise gegenüber Unbekanntem und über seine Pläne für die Zukunft. Los geht’s.

Interview

Warum Jeans?
(lacht) Ich habe angefangen, meine eigenen Jeans zu verarbeiten. Einfach weil ich große Lust darauf hatte. So vor ungefähr 15 Jahren hatte ich meine erste eigene Jeans erstellt. Das kam im Freundeskreis so gut an, dass immer mehr angefragt wurde und ich immer mehr Jeans produziert habe. Damals noch mit einer Haushaltsnähmaschine und relativ günstigem Material, aber ziemlich abgefahrenen und extravaganten Designs. Und so kam das ganze ins Rollen.
Ich habe natürlich auch ein Studium, zumindest angefangen. Das war in Halle. Da hatte ich aber mein Unternehmen schon gegründet, so dass ich mich entschieden habe, nach drei Monaten mit dem Studieren aufzuhören.

Der Beginn war also die Lust daran, sich eine eigene Jeans zu bauen. Ich meine, es gibt ja genug zu kaufen...
Ich wollte das einfach mal testen und aus dieser eher spontanen Idee wurde eine Leidenschaft, Passion; nenne es, wie Du möchtest. Auf jeden Fall hat es Spaß gemacht. Und wollte ich mehr über die Jeans-Verarbeitung wissen. Mir mehr aneignen.

Welche Vorkenntnisse hattest Du?
Gar keine. Direkt nach dem Abitur ging es los. Ich bin da autodidaktisch rangegangen.

Na ja, so wie Du es machst, gehört ja schon einiges dazu: Design, Schneiderhandwerk und Kenntnisse der Mechanik für Deinen Nähmaschinenpark. Für diese drei Sachen gibt es jeweils eigene Ausbildungsberufe. Andere lernen entweder Designer ODER Schneider ODER Mechaniker. Das ist bei Dir alles in einer Person?
Kann man so sagen. Ich bin Gestalter, Mechaniker und natürlich auch Schneider.

Und wie hast Du Dir das angeeignet?
Ich bin lernfähig und lernwillig. (lacht)

Wie stelle ich mir das vor? Sagen wir, wenn jetzt jemand eine eigene Jeansmanufaktur aufbauen will – so wie Du – wie fängt er dann an, wenn er das auch autodidaktisch machen will?
Ich würde ihm erstmal sagen, dass das eine sehr sehr lange Durststrecke sein kann und dass das mit sehr viel Zeit einhergeht, die man dafür investieren muss. Und wenn die Person bereit ist, das zu investieren, muss sie sich mit sehr vielen Dingen auseinandersetzen. Marketing ist erstmal unwichtig. Da Jeans-Handwerk in Deutschland sehr rar ist, spricht sich das sowieso rum. Bei mir hat es etwa fünf Jahre gedauert, bis ich richtig gute Jeans produziert habe. Insgesamt ist das eine Ausbildung, die länger als ein Studium dauert.

Und wie eignet sich der Autodidakt die Schneiderei an? Da reicht es ja nicht, Youtube-Videos zu gucken und Bücher zu lesen. Das ist ja Handwerk. Es geht um Griffe, Techniken – so Grundlagen, die normalerweise in einer Lehre vermittelt werden.
Ja, eben nicht. Die Lehre in Deutschland vermittelt ja gerade keine Jeans-Kenntnisse.
Und tatsächlich helfen Youtube-Videos. Wenn man sich genau ansieht, wie die Produktion funktioniert und ein bisschen mitdenkt, kann man Schlüsse ziehen .. warum steht das da und nicht da .. und für Deine eigene Produktion nutzen. Und die Techniken sind oft trial and error. Du machst richtig viele Fehler am Anfang, Du versemmelst so viel Stoff. Und irgendwann wirst Du gut. Aber das dauert.
Du brauchst auch den Anspruch, wirklich eine gute Qualität hinzubekommen. Zum Beispiel, dass die Stichlängen stimmen. Das ist etwas penibel teilweise. Dass wirklich alles handwerklich ineinandergreift. Das musst Du auch wollen.
Viele produzieren auch und erzeugen auch irgendwas, aber das ist oft nicht auf einem guten Niveau.
Wenn Du den Anspruch hast, auf einem guten Niveau zu arbeiten, dauert es viel länger.

Bei dieser Art autodidaktischen Herangehens ist es ja typisch, dass Du eigene Techniken entwickelst. Weil Du nicht die Techniken, die sich über die Zeit als die besten durchgesetzt haben, gelehrt bekommst, sondern Deine eigenen Techniken entwickelst. Das kann durch Zufall genau Lehrtechnik sein, aber das kann auch etwas ganz anderes sein. Hast Du später Unterschiede zwischen Deiner Technik und anderen festgestellt?
Ich habe mir lange keine solchen Videos mehr angesehen. Daher kann ich das nicht sagen.
Aber als ich in Japan war und Produzenten besucht habe, habe ich gesehen, dass es verblüffend ähnlich ist. Die handwerklichen Techniken und die Maschinen. Aber im Detail habe ich das dort auch nicht gesehen. Letztlich versuche ich immer, auch nach Gefühl, herauszufinden, was die schnellste und qualitativ hochwertigste Technik ist.

Warum gerade japanischer Denim?
Die haben sich seit den 80er Jahren qualitativ durchgesetzt. Da bekommst Du einfach die beste Qualität. Da steckt so viel Engineering drin. Die Hosenbeine verdrehen nicht. Der Stoff ist extrem stabil, langlebig und reibt sich weniger stark ab. Plus die grandiose Färbetechnik.

Sprichst Du japanisch?
Hai, watashi wa ima manande imasu.

Alles klar.
Ich lerne es gerade, würde es aber noch nicht als Sprechen bezeichnen. Ich kann ein paar Floskeln.

Machst Du das auch autodidaktisch?
Also, ich habe viel über eine App gelernt und über Hören und jetzt habe ich eine Japanisch-Lehrerin.

Eine Japanerin?
Ja genau, aus Tokio. Und die spricht sogar besser deutsch als ich. (lacht)

Was macht aus Deiner Sicht eine nachhaltige Jeans aus?
Vor allem die Langlebigkeit. Du kannst die Hose erstmal ein paar Jahre ohne Probleme tragen. Und dann kann sie auch von mir repariert werden, wenn es notwendig sein sollte. Dass heißt, wenn Du das klassische Problem im Schritt – einen kleinen Abrieb – hast, wird das über meine fine art repair repariert. Dann kannst Du Deine Hose wieder ein paar Jahre ohne Probleme tragen. Und dazu ist für mich auch sehr wichtig: die schöne Gestaltung. Also eine klassisch-schöne Gestaltung, die über die Jahre getragen werden kann. Die nicht alt oder unmodisch wirkt, sondern auch nach Jahren noch ästhetisch ist. Je mehr die Hose gefällt, desto öfter wird sie getragen. Ich habe Kunden, die tragen ihre Jeans erstmal zwei Jahre komplett durch, bevor sie die Hose das erste Mal waschen.

Heißt das, dass der oder diejenige die Jeans tatsächlich zwei Jahre durchgetragen hat oder auch noch fünf andere parallel dazu , also immer wieder gewechselt hat?
Nee, immer dieselbe. Die ziehen das dann durch.
Es gibt auch verschiedene challenges, z.B. das Indigo Invitational [indigo-invitational]. Das bezieht sich auf das Eintragen einer Jeans innerhalb eines Jahres. Und dies Leute posten dann die Entwicklung der Hose. Am Ende entscheidet dann eine Jury, welche Hose am besten gefaded ist.

Nun kommt ja doch irgendwann der Tag, wo man seine Jeans waschen muss, weil sie einfach stinkt.
Wie wäscht man eine Ruttloff-Jeans?

Das stimmt nicht ganz, mit dem Stinken. Es gab mal einen amerikanischen Studenten, der einen Test gemacht hat. Er hat eine Jeans etwa ein Jahr komplett durchgetragen und hat dabei täglich Bakterienabstriche gemacht. Der hat festgestellt, dass das Maximum an Bakterien schon nach zwei Wochen erreicht war. Also kannst Du eine Jeans viel länger tragen. Und wenn sie wirklich riechen sollte, hängst Du sie auf’m Balkon zum Lüften raus.

Aber wenn sie dann doch mal gewaschen werden muss?
Ok, ich empfehle, sie erstmal drei Monate einzutragen. Wegen der Fadings, die dann schön kontrastreich werden. Wem das nicht so wichtig ist, also wer eher ein homogenes Auswaschbild haben möchte, kann natürlich schon vorher waschen, klar.
Auf jeden Fall sollten die ersten Wäschen komplett ohne Schleudern geschehen, weil sich sonst durch das Drücken an die Waschtrommel Striemen bilden könnten.

Also 30°C Waschprogramm ohne Schleudern?
Genau.

Feinwaschmittel?
Das ist relativ egal. Da sind Jeans sehr robust.

Wie viele Jeans produzierst Du pro Jahr?
Also im letzten Monat war es wirklich heftig. Da habe ich ziemlich viel für den amerikanischen Markt produziert.
Das waren insgesamt 70 Stück. Aber im Durchschnitt sind es pro Monat 50 Stück. Das ist eine Menge für eine Person.

Wo würdest Du Dich gerne in fünf Jahren sehen?
Also, ich habe vor, Dresden zu verlassen. Weil ich mehr Impulse, textile Einflüsse von Hersteller*Innen brauche. Ich brauche einen Pool von Gleichgesinnten. Sonst vereinsamt man ein bisschen. Aus dem Grund möchte ich umziehen und in Berlin, in Hamburg oder in Düsseldorf ein Ladengeschäft eröffnen. Das heißt, Du kommst in mein Geschäft und hast die denim wall vor Dir, kannst die Stoffe aussuchen und Dir Deine Maß-Jeans komplett konzipieren lassen. Im hinteren Bereich, so mein Wunsch und wenn sich das mit den Mieten vereinbaren lässt, wird dann produziert. Das ist erstmal mein Konzept. Das wird zeitlich wahrscheinlich schon eher stattfinden.
In fünf Jahren wünsche ich mir die dritte dependance. Ich will aber nicht brutal wachsen, sondern so, wie ich es schon immer gemacht habe. Die Qualität muss stimmen. Wenn ich dann einen Angestellten habe, wird er eine extrem gute Schulung bekommen, so dass die Qualität auf dem jetzigen Level bleibt oder noch gesteigert wird.
Eventuell verlege ich meine Produktionsstätte aber auch aufs Land. Das ist auch eine Option. Da das meiste über den Export geht, bin ich unabhängig vom Ort. Das wird sich erst in den nächsten Monaten entscheiden.

Johann .. herzlichen Dank .. ich wünsche Dir viel Erfolg für die Zukunft.

Dresden

Ich habe Anfang der 90er an der TU Dresden studiert und war seitdem nicht mehr in der Stadt. Es hat sich wirklich viel verändert. Z.B. die Prager Straße. In meiner Erinnerung war sie früher lang und einfach nur öde. Heute ist die “Prager” eine Einkaufsmeile, die den Weg vom Hauptbahnhof zur Altstadt mit Frauenkirche, Albertinum, Zwinger, Semperoper, Elb-Terrassen und Grünem Gewölbe kurzweilig werden lässt.
Viele Ecken der Stadt erkenne ich kaum wieder. Die graue DDR-Tristesse ist verschwunden.
Ich empfinde Dresden zudem als sehr fahrradfreundlich. Kein Vergleich zu früher.

Highlights

Dresden ist eine Reise wert. Wer gerne zu Fuß unterwegs ist, schätzt die handliche Größe der Innenstadt.
Wer sich nur für die oben genannten Klassiker des gepflegten Dresden-Besuchs interessiert, kann das Wichtigste in zwei Tagen kennenlernen, inklusive Bummel durch den großen Garten.
Zusätzlich empfehle ich einen Besuch der Dresdner Neustadt. Idealerweise am Abend.

Real existierender Sozialismus

Ebenfalls in der Neustadt findet ihr ein DDR-Museum. Praktisch ist es eine Ausstellung von DDR-Konsumgütern. Fand ich gut gemacht, interessant, authentisch, lustig.
Leider war keine “Ossi-Jeans” ausgestellt. Deshalb hier ein Aufruf. Wer noch eine originale Boxer, Wisent oder Shanty aus DDR-Zeiten hat: Ich bin interessiert!
So skurril und teilweise lustig die DDR-Waren heute anmuten, so sehr bedrückt ein Besuch im ehemaligen Stasi-Gefängnis in der Bautzener Straße. In der Gedenkstätte gibt es sehr viel zu sehen, lernen und verstehen. Das relativiert den unfreiwillig putzigen Eindruck, den die Mitglieder der DDR-Staatsführung öfter mal gemacht haben.

Auto und Natur

Das DDR-Museum bietet übrigens viele alte PKW und Motorräder zum Ansehen und Anfassen. Wer es moderner mag, kann die Gläserne Manufaktur von VW besuchen. Auch empfehlenswert.
Als Kontrastprogramm sollte sich der Dresden-Besucher auf jeden Fall etwas Zeit für den Großen Garten einplanen. Zu DDR-Zeiten war der Park auch schon groß. Jetzt ist er groß und schön.

Touren

Fahrradfahrer fahren elbaufwärts nach Pillnitz oder elbabwärts in Richtung Meißen. Beides sind schöne, entspannte Ausflüge.
Pillnitz lohnt vor allem im Frühjahr zur Blüte. Die Tour in Richtung Meißen ist ebenfalls sehr reizvoll.
Für Fahrradausflüge zum Schloss Pillnitz, nach Radebeul ins Karl-May-Museum und in die Porzellanmanufaktur nach Meißen würde ich jeweils einen Tag einplanen.

Wer mit dem Auto unterwegs ist und ein oder zwei Tage Zeit hat, sollte einen Ausflug ins Elbsandsteingebirge machen. Wandern in der Sächsischen Schweiz ist teilweise spektakulär und aus meiner Sicht nicht sonderlich anstrengend. Und die Festung Königstein ist ob ihrer Lage, Größe und Geschichte beeindruckend.

Bilderberg

Das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten scheint in Dresden recht groß zu sein. Zumindest sind die Preise für Hotels in bester Lage akzeptabel. Wir haben im Bilderberg Bellevue gewohnt. Die Lage direkt gegenüber der Semperoper ist perfekt.
Man merkt dem Hotel an einigen Stellen die alte Bausubstanz an; z.B. in der Garage und beim Treppenhaus. Unser Zimmer war sehr ordentlich: ausreichend groß, leise, sauber und technisch sehr gut ausgestattet.
Die Hotelbar ist gut, wenn auch teuer: 6 Euro für 0,5L Radeberger fand ich überzogen. Das Frühstückbuffet ist mit 21 Euro ebenfalls kein Schnapp, aber fürs Angebot ok.
Und hier noch ein Schmankerl für die Freunde von Agentengeschichten: In der DDR war das “Interhotel” nur gegen Devisen buchbar. Zum Dank wurden die ausländischen Gäste durch die permanent im Hotel präsente Stasi-Abteilung 26 (Telefonüberwachung) bespitzelt. Außerdem war die Abteilung VIII aktiv; mit verborgenen Mikrofonen und Kameras [wiki-interhotel].

Und wenn ich groß bin,
damit ihr es wisst,
dann werde ich auch so ein Volkspolizist.

(DDR-Kinderlied [musikguru])

Übrigens scheint beim Bilderberg die Zimmerreservierung direkt über die Webseite des Hotels am günstigsten zu sein.

Essen am Abend – wohin?

Kulinarisch sind wir Empfehlungen gefolgt und waren im Oswaldz, im Wulberts und im Alten Wettbüro. Alle drei liegen in der Dresdener Neustadt. Diese hat sich zumindest in Teilen ihren anarcho-linken Charme, den ich in der Nachwendezeit erlebt habe, erhalten.
Das Oswaldz ist für seinen ausgezeichneten Kaffee und leckeren Kuchen bekannt. Im Wulberts gibt es klasse Burger und im Außenbereich des Alten Wettbüros lässt sich gut abhängen.

Dresden im Vergleich

Im Vergleich zu Berlin, Hamburg und München, aber auch Köln und Frankfurt/Main, wirkt Dresden auf mich sympathisch provinziell. Die Stadt an der Elbe ist für eine deutsche Großstadt vergleichsweise entstresst, sauber, großzügig angelegt und in einigen Teilen ausgesprochen schön.

Quellen

[lr]Artikel ist leider nicht mehr online verfügbar2014
[indigo-invitational]https://www.indigoinvitational.com
[wiki-interhotel]https://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Bellevue_(Dresden)2021
[youtube-teil-1]https://www.youtube.com/watch?v=yhU2paUuVnE2021
[youtube-teil-2]https://www.youtube.com/watch?v=6n06FDn3Glw2021
[musikguru] https://musikguru.de/kinderlieder-ddr/songtext-der-volkspolizist-451414.html2021

Links

Ruttloff Jeans im Webshop

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